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Presseberichte
Ladenburger Zeitung vom 17.November 2006 zur Ausstellung „RETROSPEKTIVE"
Bericht von Axel Sturm
Mit 70 gehört man zwar zu den Älteren aber man muss sich nicht alt fühlen
Der Rhein-Neckar-Kreis widmete dem Ladenburger Künstler Werner Menrad eine Ausstellung im Kreisarchiv / Viele Gäste gratulierten
Vor wenigen Tagen feierte der Ladenburger Künstler Werner Menrad seinen 70. Geburtstag. Der in Ladenburg geborene Inhaber der Galerie Menrad in der Trajanstraße träumte schon in jungen Jahren davon, als Künstler sein Brot verdienen zu dürfen. Er absolvierte allerdings erst eine Schreinerlehre und schaffte sich damit eine solide handwerkliche Grundausbildung, um seinen Traum verwirklichen zu können. Berufliche Aufgaben als Schauwerbegestalter, Raumgestalter und Graphikdesigner brachten Menrad ebenfalls weiter, bevor er sich im Jahre 1971 entschloss,
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als freischaffender Künstler tätig zu werden. „Diesen Schritt habe ich nie bereut", sagte Menrad im Gespräch mit der LAZ, dass er auf ein erfülltes künstlerisches Leben zurückblicken kann.
Werner Menrad wird gerne als moderner Romantiker bezeichnet, der in seinen Werken konstruktivistisch – naturalistisch und zugleich gefühlsbetonte Details ausdrucksvoll darzustellen vermag. Seine bemerkenswerte Entwicklung war auch für den Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. Jürgen Schütz, Grund genug, um dem 70-jährigen Künstler eine eigene Ausstellung im Kreisarchiv zu widmen. Und Dr. Schütz sollte sich nicht irren, denn er konnte von einer „wirklich großen Ausstellung" sprechen. Der Landrat bewunderte die künstlerische Vielseitigkeit Menrads: Sie reicht über Zeichnungen, Aquarelle, Collagen bis hin zu Pastell-Acryl-Kombinationen. „In seinen Kunstwerken verbindet sich das gezielte Experiment mit dem spielerischen Zufall", war der Landrat von der soliden Handwerklichkeit ebenso angetan wie von Menrads Ideenkombinationen. Auch deswegen wurde Menrad im Jahre 1982 in Baden-Baden vom Europäischen Kulturkreis die Euro-Medaille verliehen.
Dr. Schütz erwähnte in seiner Einführung auch die Erfolge des Ladenburger als anerkannter Industriedesigner. Er habe mit seiner Arbeit deutlich gemacht, dass Kunst in einer Industriehalle oder als Gestaltungselement in einem Verwaltungsgebäude die Arbeitsfreude erhöhen kann. Seine Beobachtungen und Erfahrungen mündeten in die Umgestaltungen von Produktionshallen zu modernen Arbeitsplätzen. Auch der Rhein-Neckar-Kreis hat sich seine Erfahrung schon gesichert. Das AVR-Gebäude in Sinsheim oder die Sporthalle beim Zentrum beruflicher Schulen in Schwetzingen wurden von Werner Menrad gestaltet. Menrad sein kein Künstler, der die Welt mit kalten Augen betrachtet. Wenn seine heutige Kunst-Welt auch bunter ist als früher, es finden sich immer wieder gedankliche Tiefe und analytische Schärfe in seinen Werken.
”Mit 70 gehört man zwar zu den Älteren. Aber man muss sich nicht alt fühlen, vor allem, wenn man etwas zu sagen hat", entgegnete Dr. Schütz dem Künstler, dass es letztendlich Kunst und Kultur sind, aus denen die Seele Kraft schöpfen kann.
”Das ist der helle Wahnsinn", bedankte sich Werner Menrad nicht nur bei Landrat Dr. Schütz für seine ”sehr ergreifende Rede", sondern auch bei den vielen Gästen der Vernissage, die die Gunst gerne nutzten, um mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. |
Mannheimer Morgen vom 17.11.2006 zur Ausstellung „RETROSPEKTIVE"
Bericht von Peter Jaschke
Bilder sind „eingängig, ohne banal zu sein"
Landrat Dr. Schütz führt in Werner Menrads Kunst ein
Zu einer „wirklich großen Ausstellung und einer Premiere" begrüßte Landrat Dr. Jürgen Schütz im Ladenburger Kreisarchiv. Erstmals präsentierte nämlich der Rhein-Neckar-Kreis als Hausherr mit der Retrospektive von Werner Menrad eine Bilder und Objektschau, die sich nicht nur über die eigenen Räume erstreckt. Nein, noch bis 17. Dezember
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hängt und steht auch in der Galerie und in den Werkstatträumen des vielseitigen Römerstadt-Künstlers als einem der bekanntesten Industriedesigner Deutschlands Sehenswertes.
Das Foyer mit Waldpark-Blick im Keller des früheren Landwirtschaftsamts in der Trajanstraße war proppenvoll wie selten bei der Vernissage wenige Tage nach dem 70. Geburtstag Menrads. Zur Eröffnung bewies die ausgezeichnete Mannheimer Harfenistin Alina Krüger ihr großes Können.
„Wenn man Sie so sieht, glaubt man Ihnen Ihr Alter nicht," beteuerte Schütz, der den echten Ladeberger Bu Menrad seit 1986 kennt. Er blickte bei seiner Einführung aus persönlicher Sicht auf die geschmackvollen Zeichnungen, Aquarelle, Collagen, Pastell- und Acrylkombinationen. „Bei Betrachtung der dynamischen Arbeiten" wolle man erst recht nicht mehr glauben, „dass nun der Siebener vorne dran steht", fuhr Schütz fort. Der Kunstfreund erinnerte an einen gemeinsamen Weggefährten sowie Kollegen Menrads, den verstorbenen Künstler Gerd Flösser, und begrüßte dessen Witwe, bevor er sich dem seit 1971 freien Schaffenden und gelernten Schreiners, Dekorateurs, Werbegrafikers und 1982 vom Europäischen Kulturkreis ausgezeichneten künstlerischen Autodidakten zuwandte (wir berichteten ausführlich).
Schütz vermutete dabei das Geheimnis von Menrads Erfolg darin: „Schaffe Vertrauen, entdecke das Positive, stärke es – dann kommt der Erfolg fast von allein." Menrad betrachte die Welt keineswegs mit kaltem Auge. Wenn dessen heutige Kunstwelt auch bunter sei als seine frühere, so fänden sich immer wieder gedankliche Tiefe und analytische Schärfe in seinen Werken. Das Phänomen Zeit spiele immer wieder eine Rolle. Menrads Kunst sei stets „eingängig, ohne banal zu sein". |
Ladenburger Woche vom 17. November 2006 zur Ausstellung „RETROSPEKTIVE"
(feh)
Ein großes Lebenswerk stellt sich vor
70 Jahre ist er geworden, und sieht kein bisschen danach aus: Gemeint ist der Ladenburger Künstler und Industriedesigner Werner Menrad, der in seinem Atelier Trajanstraße 66 und den Räumen des Kreisarchivs zu einer großen Retrospektive seines Künstlerlebens einlädt.
Kreatives Gestalten und künstlerisches Arbeiten scheinen verjüngend zu wirken. Betrachtet man den Jubilar, seine blitzenden Augen, seine optimistische Ausstrahlung, kommt man an dieser Erkenntnis nicht vorbei. Dies erging Landrat Dr. Jürgen Schütz ebenso,
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der bei der Eröffnung am Sonntagnachmittag die Laudatio hielt. Dabei zeigte sich Jürgen Schütz als profunder Kenner Menrads und seiner Arbeiten, schließlich begleitet er ihn und seine Bilder seit über 30 Jahren, und das mit starkem Interesse.
Großes Interesse war ebenso der Eröffnung beschieden. Dicht gedrängt lauschten die Kunstfreunde den Ausführungen des Landrats um anschließend besser informiert in Menrads Bilderwelt abzutauchen. Wie Schütz bewunderten alle Menrads Vielseitigkeit, die von originellen Zeichnungen, über Aquarelle bis hin zu phantasievollen Collagen und Pastell-Acryl-Kombinationen reicht. In Menrads Arbeiten verbinden sich gezielte Experimente mit dem spielerischen Zufall, insbesondere wenn er Stoffe, Handschriften, Fotos und Mineralien mit verwendet, so der Landrat. Dann gehen, nach Schütz, Vituosität und künstlerisches Handwerk eine Symbiose ein. Kein Wunder, das Werner Menrad im In- und im Ausland als ausstellender Künstler gefragt ist. Mittlerweile hatte er 22 Präsentationen und wurde 1982 in Baden-Baden vom Europäischen Kulturkreis mit der Euro-Medaille ausgezeichnet.
Keiner hat die ausgestellten Bilder gezählt, die Zahl dürfte bei 200 Exponaten liegen. Doch sie zu betrachten ist kein Pensum, erst recht keine Aufgabe, es ist eine Freude für die Augen und die Phantasie. Mühelos lässt sich mit Menrad durchs Weltall fliegen, maskiert durch Venedig gondeln, im Circus Roncalli seinen Kinderträumen nachhängen, Wein schlürfen oder die Geschichtsstationen Ladenburg besuchen. Seien es Kaiser Trajan und seine Römer, das Mittelalter mit seinen Fachwerkhäusern oder Carl Benz mit seinem Patent-Motorwagen. Gerade die Ladenburger Kunstmappe zum 1900-jährigen Stadtjubiläum zählt mit zu Menrads künstlerischen Höhepunkten. In ihr und vielen anderen Arbeiten Menrads wird Ladenburgs Geschichte höchst lebendig.
Was zusätzlich für einen Besuch der Ausstellung spricht, sind Menrads Rahmungen die allen Ansprüchen genügen. Vielleicht zeigt sich an Menrads Rahmungen am besten, dass er nicht nur als Künstler sondern auch als Industriedesigner erfolgreich aktiv war und ist. Dinge gekonnt präsentieren, diese Kunst beherrscht Werner Menrad so gut wie nur wenige.
Man kann nicht alle Ausstellungen besuchen, doch Werner Menrads Retrospektive sollte man als Kunstfreund gesehen haben. Denn so geballt, gekonnt und phantasievoll begegnet man Kunst in all seinen Facetten nur selten. |
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MANNHEIMS-WEB
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